Gig-Anfrage – was wünschen sich die Venues?

Viele DIY-Bands haben bestimmt schon die Erfahrung gemacht, dass sie Emails und Werbematerialien an Spielstätten geschickt haben – und niemals eine Antwort bekommen haben. Es gibt mehrere Gründe, warum die Venue nicht antwortet – viele davon sind vermeidbar. Deswegen haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die dabei helfen sollen, einen Veranstaltungsort erfolgreich auf sich aufmerksam zu machen und einen Gig an Land zu ziehen.

Infos: kurz und bündig

Wenn ihr eure Band beschreibt, dann tut das kurz und bündig. Welches Genre bedient ihr, von welchen Bands wurdet ihr inspiriert und was habt ihr bislang erreicht? Demo? EP? Gar eine CD? Wo und mit wem habt ihr gespielt? Aber auch hier gilt: das Wichtigste zuerst und das weniger Wichtige am Besten gar nicht.

Schreibt in die Mail, ob ihr eine Support oder eine Headliner-Show anstrebt, schreibt, was ihr verdienen wollt (seid realisitisch) und gebt an, in welchem Zeitraum ihr spielen wollt. Und vergesst vor allen Dingen eins nicht: Eure Kontaktdaten (Email und Telefon) und wann ihr am besten zu erreichen seid.

Headliner-Shows: seid realistisch und geduldig!

Es ist nicht unbedingt ein großes Glück in einer großen Venue zu spielen. Es macht mehr Spaß, für 30 Zuschauer im vollbesetzten Raum zu spielen, als in einem halbleeren Raum mit derselben Anzahl von Gästen. So ist es wichtig, sich erst eine stabile Fangemeinde zu erspielen, bevor man große Venues buchen möchte. Kleine, aber ausverkaufte Konzerte, sind besser als große, für die nur wenige Karten verkauft wurden. Ausverkaufte Konzerte machen neugierig – und wenn man Glück hat entsteht ein Hype, der den Kartenverkauf beim nächsten Mal anschiebt, weil die Fans fürchten „schon wieder leer auszugehen“.

Support-Jobs

Viele Venues haben gerne eine Band im Vorprogramm, die noch nicht so bekannt ist. Oft bringen die Bands ihren eigenen Support mit, manchmal wird aber auch nach Bands gesucht. Es macht jedoch keinen Sinn, sich wahllos für Supportslots zu bewerben. Geht das Programm der Spielstätte durch und fragt konkret nach Supportjobs bei Bands, die zu eurer Musik passen könnten. Versteift euch aber nicht nur auf eine Band, sondern macht mehrere Vorschläge, die so konkret und passend wie möglich sind. Das lässt den Booker aufmerksam werden.

Die realistische Gefahr, vergessen zu werden

Booker bekommen täglich eine ganze Menge Anfragen, sie hören sehr viel Musik – und manchmal ist es für sie nicht einfach, sich an alle Bands zu erinnern, die sie gehört haben. Deswegen macht es Sinn immer wieder nach Supportjobs zu fragen. Ist es zum Beispiel sieben Monate her, dass ihr um einen Supportjob gebeten habt, dann ist die Gefahr groß, dass sich der Booker nicht mehr an euch erinnert, wenn er nach einer Vorband wie euch sucht.

Informiert euch über das musikalische Profil der Venue

Wenn eine Venue nur Folk und Weltmusik bucht – dann macht es für eine Heavy Metal Band keinen Sinn eine Anfrage zu stellen. Dennoch passiert so etwas immer wieder: Popbands bewerben sich in Rockschuppen, Indiebands in einem Mainstreamladen. Spart euch eure Kräfte und konzentriert euch auf die Veranstaltungsorte, die zu eurer Musik passen.

Zeigt, dass ihr den Veranstaltungsort kennt

Schreibt personalisierte E-Mails und keine Massenmails. Die Booker freuen sich, wenn sie sehen, dass sich der Künstler mit der Venue und seinem Job auseinandergesetzt hat. Erklärt, warum ihr in die Halle passt, warum ihr dort auftreten solltet und was die Venue davon hat. Es zeigt, dass ihr euch mit der Venue beschäftigt habt und dass ihr eure Karriere ernst nehmt und es euch nicht egal ist, wo ihr Geschichte schreiben werdet.

Bietet verschiedene Vergütungsmodelle an

Es gibt andere Formen der Vergütung als eine Garantie-Gage von 1000 Euro oder eine Kiste Bier. Manchmal lohnt sich ein Tür-Deal, manchmal lohnt es sich eine Gage auszumachen, die nach dem Break-Even gesplittet wird. Und manchmal macht es wirklich Sinn in den sauren Apfel zu beißen und eine Location zu mieten oder sich als Vorband einzukaufen. Gerade beim Mieten: vielleicht könnt ihr euch mit zwei, drei anderen (lokalen) Bands zusammentun und schließlich die Eintrittsgelder untereinander aufteilen. Oder ihr habt selbst eine gute Idee, wie es mit den Konzerten klappen könnte… Seid kreativ – viele Wege führen zum Erfolg!

Eine kreative Idee, um an Konzerte zu kommen:

Die Künstlerin Lydmor bietet an, dass die im Monat Dezember kleine, private Konzerte spielt – mit einer Garantiegage von einem Zugticket. Sie sagt, dass sie nicht bezahlt werden muss, sich über Geld jedoch sehr freuen würde. Eins ist sicher: solch eine Aktion schafft Bekanntheit, wenn auch keinen dicken Geldbeutel.

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